UkrainerUkrainer

In der Ukraine besteht seit langem eine sehr enge Bindung des Menschen an das Pferd. Bereits vor 6000 Jahren wurde dort das Pferd als Reittier verwendet. Belegt wird dies z.B. durch wissenschaftliche Untersuchungen an Funden aus der südlichen Ukraine (Dereivka), wo die Verwendung von Gebissen (Seil) nachgewiesen werden konnte. Weiters wurde in Kul Oba (Kerch)  eine goldene Plankette mit der Darstellung eines Reiters auf einem galoppierenden Pferd gefunden, welche ebenfalls auf 4000 v. Chr. datiert wurde.

Auch die Pferdezucht hat in der Ukraine eine lange Tradition, denn bereits die Soporoger Kosaken, die etwa bis zur II. Hälfte des 18.Jahrhunderts am Dnjepr siedelten, waren dafür bekannt, dass sie erstklassige Reitpferde züchteten.
Später wurde in dem Gebiet durch Graf Orlow-Tschesmenskoj (1757-1809) die Orlow-Reitrasse (hohe Dressureignung) und durch Graf Rostopchin (1763-1826) die Rostopchiner Reitrasse (enormes Galoppiervermögen) begründet, welche in der II Hälfte des 19. Jahrhunderts durch die Krone zur so genannten Orlow-Rostopchiner Reitrasse vereinigt wurden.

Beinahe wäre diese Reitpferderasse ein Opfer der Revolutions- u. Kriegswirren geworden, denn durch den Einsatz in der Kavallerie gingen viele Pferde verloren oder wurden getötet.
 
Um eine neue gesunde Zuchtbasis zu erhalten, wurde durch gezielte Einkreuzung von ungarischen Halbblütern (Gidran, Furioso, Nonius), deutschen Warmblütern (Hannoveranern, Trakehnern), Vollblütern und bodenständigen Rassen die Zucht systematisch neu aufgebaut.

Hervorzuheben ist hier der Orlow-Rostopchiner Hengst Buket und dessen Sohn Bespechny (aus der Trakehnerstute Plastik), die als Stammhengste der Rasse gelten.

Weitere Hengstlinien: Khobot (Trak.), Gugenot (Engl-Trak.), Khinin (Trak.-Ung.), Khrustal, Faktotum (Engl.V.).

Bekannte Vertreter des Ukrainer Reitpferdes sind der Olympiasieger in der Einzeldressur von Mexiko der Hengst Ichor, das Springpferd Boston und die Olympiasieger in der Mannschaftsdressur von Moskau Igrok, Shcval und Pilot.

Der heutige Ukrainer ist vor allem ein elegantes, leistungsfähiges und vor allem widerstandsfähiges Pferd.

Exterieur
Edles, recht großes im anglo-arabischen Halbbluttyp stehendes Pferd mit harmonischem Körperbau. Edler gerader Kopf mit wachen Augen, gut formierter Hals mit leichtem Genick, aus einer meist genügen langen schrägen Schulter kommend. Deutlich markierter Rist, zuweilen mangelhafte Oberlinie, hoher Schweifansatz. Gut bemuskelte Hinterhand, genügend Tiefe und Breite. Widerstandsfähiges, doch manchmal leichtes Fundament mit kleinen Hufen, etwas knappen Gelenken und weichen Fesseln. Kein Behang, feines Langhaar.

Mechanik
Energische Grundgangarten, ausdauernd und schnell, beachtliches Galoppiervermögen, Dressur- und Springveranlagung

Abmessungen (Erhebung 1990)
Hengste (32 Stk.) Stuten (348 Stk.)
Wiederristhöhe 165,4 cm 162,8 cm
Brustumfang 192,2 cm 191,7 cm
Röhrbein 20,7 cm 20,1 cm

Farben
Meist braun (50%), gefolgt von der Fuchs- (30 %) und der Rappfarbe (10 %); alle weiteren Fellfarben vereinzelt; teilweise Abzeichen an Kopf- und Gliedmaßen

Wesen
Gutes Temperament, gelehrig

Eignung
Modernes ausgezeichnetes Reitpferd, das bei entsprechender Ausbildung in vielen Sparten des Pferdesportes einsetzbar ist.
 


Züchter:

Petra Konrath - Matersdorfer
Ulmenweg 7
2493 Lichtenwörth
Handy: 0664 / 83 11 298
Festnetz: 02622 / 76211
Email: tobel@a1.net