Criollo

Criollo

Unter dem Sammelbegriff Criollo, aber auch unter anderen regionalen Bezeichnungen züchtet man in Südamerika gute Arbeits- und Reitpferde, die sich durch Härte, Ausdauer und Cow-sense auszeichnen. Sie haben gemeinsame Vorfahren, die spanischen Pferde und Berber, möglicherweise auch nordische Ponys. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit werden sie in einem gemeinsamen Kapitel besprochen.

Caballo Chileno (Chile)
In Chile begann die Conquista, von dort breiteten sich die spanischen Pferde der Eroberer aus. Chilenische Pferde sind stämmig, etwas derb und sehr zäh. Viele Falben, auch Braune und Füchse, manchmal mit Kaltbluteinschlag. Im Museum von Punta Arenas findet sich ein Pferdefell, dessen Haare extrem lang und gelockt sind. Möglicherweise ist dies ein Hinweis auf einen frühen asiatischen oder nordeuropäischen Einfluss. In den Anden sehr robuste, kleine Tiere.

Criollo (Argentinien)
Ein kompaktes, mittelgroßes Pferd von verlässlichem Wesen, mit kurzen Linien, mittelgroßem Keilkopf, massivem Fundament und harten Hufen. Farben: all Schattierungen von Falben, auch Schecken, Braune, Füchse, Schimmel. Bequeme, nicht besonders raumgreifende Gänge, manchmal Anlage zum Pass. Zuchten in großen Herden auf jedem landwirtschaftlichen Gehöft; im gebirgigen Norden etwas drahtiger und kleiner. Angeblich gehen diese Pferde auf die entlaufenen Tiere Pedro Mendozas zurück, der 1535 Buenos Aires gründete. Sie sollen sich mit jenen aus Chile und Peru vermischt und innerhalb weniger Jahre riesige Herden gebildet haben. Der iberisch-maurische Einfluss ist jedenfalls groß, da die holländischen, spanischen und portugiesischen Einwanderer ständig für Nachschub sorgten. Criollos sind die Reitpferde der Gauchos, eignen sich aber auch als leichte Arbeitspferde; zu diesem Zweck wurde ihnen etwas Percheron-Blut beigemischt.

Criollo (Peru)
Der Costeno ist ein drahtiger, leichter Schlag, mit feinem Fundament, guter Schulter und hübschen Kopf. Deutliche Anlage zum Pass, der in drei Varianten geritten wird. Weiche Gänge, große Ausdauer und gefälliges Aussehen zeichnen diese Spielart aus. Zucht in den tiefer gelegenen Landesteilen. Der Morochuco ist die kräftige Variante des peruanischen Criollo und wird vornehmlich im Bergland gezüchtet. Er ist wesentlich kompakter und derber als der Costeno, aber ebenso ausdauernd, dabei von großer Trittsicherheit. Der Kopf ist stark geramst, der Hals kurz und bullig.
Der Chola ist das gewöhnliche Arbeitspferd der Farmer, ein zähes, genügsames Tier von wenig gefälligem Äußeren, dabei gesund und hart.
In Peru wurde stets mit einer gewissen Sorgfalt gezüchtet. Schon sehr früh gingen von hier gute Pferde in andere südamerikanische Länder. Quellen zufolge besass Peru bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts riesige Pferdeherden von guter Qualität, die noch deutlich spanischen Einfluss zeigten, aber ideal an die neuen Lebensbedingungen angepasst waren.

Crioulo (Brasilien)
Ein etwas modernerer Schlag wird um Sao Paulo als Crioulo gezüchtet, die Schreibweise ist hier portugiesisch. Kopf, Widerrist und Hals sind leichter und besser liniert als sonst, der Schlag ist etwas trockener und eleganter. Alle typischen Criollo-Farben, auch viele Braune.
Neben dem Criollo werden zwei eigenständige, verwandte Rassen geführt, der Mangalarga und der Compolino. Beide sind größer und eleganter als der reine Crioulo, länger liniert und mit besseren Points. Sie gehen auf den Alter-Real-Hengst Sublime und den Halb-Andalusier Monacha zurück sowie auf heimische Stuten und vereinen in sich die Vorzüge ihrer Ausgangsrassen. Auch in Europa wird man vermehrt auf diese edlen Naturtoelter aufmerksam und schätzt ihren guten Charakter und die bequemen, ausdauernden Gänge. Der Compolino ist etwas kräftiger und größer als der Mangalarga und wurde vor 100 Jahren von Sr. Cassiono Campolino geschaffen.


Züchter:

Eva Kristen
Badgasse 29
7432 Oberschützen
Tel: 0664 5846889
Mail: criollo-gerhard@drei.at

Web: http://criollozucht-gerhard.npage.eu